Montag, 8. Dezember 2014

Ein Saga-Wochenende in Berlin: 814 - Das Jahr des Raben

Am Nikolaustag habe ich die ¨Dice Knights¨ in Berlin besucht, die zu einem Saga-Wochenende gerufen hatten.
Zwei Tage lang konnte man in Kreuzberg die Kräfte messen, eingerahmt in eine Kampagne, die im Jahre 814 angesiedelt wurde und die Kämpfe um die Vorherrschaft Englands zum Thema hatten.
Die Dice Knights haben die Veranstaltung sehr frei und offen gestaltet. Die Anmeldung erfolgte durch eine PM in Sweetwater-Forum, eine Startgebühr wurde nicht erhoben, und man konnte kommen und gehen, wie es einem in den Terminkalender passt. Obwohl ich Saga erst zweimal vorher kurz angespielt hatte, fühlte ich mich herzlich Willkommen und aufgenommen. Wie sich heraus stellte, war ich nicht der einzige Saga-Anfänger, im Gegenteil.

Die Location mit insgesamt sechs schönen Spieltischen
Es gab einen groben Zeitplan, insgesamt vier große Mehrspieler-Szenarien, je zwei pro Tag, führten durch die Geschichte. Anfangs kämpften die Engländer und die Wikinger jeweils um ihren eigenen Königstitel. Im zweiten großen Spiel am Samstag trafen dann die beiden Fraktionen mit ihren neuen Königen aufeinander und maßen zum ersten Mal ihre Kräfte gegeneinander. Leider kann ich nicht sagen, wie die Geschichte weiterging, da meine Familie, die mich nach Berlin begleitete, auch etwas von mir haben sollte, so dass ich nur am Samstag das Event besuchte.
Zwischen den „Main Events“ konnte man sich im Prinzip frei zum Spiel mit den anderen Teilnehmern verabreden, eine Herausforderung spielen (mehr dazu später), oder einfach gemütlich an der Bar ein wenig quatschen.

In meinem ersten Spiel des Tages ging es gegen die Angelsachsen von Don und ich erhielt meine erste Lektion: Angelsachsen können nicht zählen! Sie ziehen viele Fähigkeiten aus ihrer Truppenstärke, doch eine Fähigkeit auf ihrem Battleboard erlaubt es ihnen, diese Anzahl künstlich (und nur zum Zweck der Effektbestimmung) zu steigern. Don gab mir viele Tipps, die mich vor einigen Dummheiten bewahrten, aber trotzdem sah es nach ein paar Spielzügen nicht so gut aus für die Schotten. Durch einen sehr glücklichen Würfelwurf konnte ich den Sieg dann doch noch irgendwie erringen: Ich würfelte drei Sechsen, die ich nutze, um meinen Combat Pool in der Verteidigung um weitere sechs Würfel zu steigern. Mit ¨Wall of Spears¨ habe ich die Fähigkeit die Angriffswürfel in Höhe der Anzahl an Verteidigungswürfeln-zu generieren, was ich zu nutzen gedachte. Diese Kombi spielte ich auf meine zehn Krieger, die den gegnerischen Warlord angriffen und niederrangen, was Ziel des Szenarios war.
Der gegnerische Warlord ist besiegt...
Das zweite Spiel des Tages ging gegen Fabian, und auch er spielte Angelsachsen. Im Szenario ging es darum, die eigenen Streitkräfte jeweils einen Fluss überqueren zu lassen, was an zwei Furten möglich ist. In diesem Spiel lernte ich, wie wichtig das Stellungspiel bei Saga ist. In einem der Scharmützel mussten sich meine Veteranen zurückziehen und machten damit plötzlich den Weg für eine Gruppe Krieger auf meinen Warlord frei, der allein dagegen nichts auszurichten vermag und fiel. Wir beendeten damit die Partie, da mir damit zwei wichtige Saga-Würfel fehlten und es ohnehin nicht gut um die Schotten bestellt war.

Es folgte das erste Mehrspieler-Szenario des Tages, mein persönliches Highlight. Meine Schotten sahen sich drei Normannenspielern gegenüber (einer davon glücklicherweise unberitten). Es galt mit seinem Warlord dem gefallenen, alten König eine Reliquie aus den toten Händen zu entreißen, die einem den Thronanspruch sicherte. Die vier Streitkrafte stellten sich jeweils an einer Ecke des Tisches auf, der tote König lag in der Mitte, verteidigt durch seine Leibgarde aus vier Veteranen.
Alle Teilnehmer führten ihre Befehlsphase gleichzeitig durch, und danach wurde die Reihenfolge der Aktivierungsphase per Würfelwurf zufällig bestimmt. Das ergab ein munteres Hin- und Her und das Spiel hatte alles, was man sich von einem guten Gefecht erhoffen kann: Spaß, Spannung, dramatische Szenen und ein paar verrückte Würfelwürfe und Aktionen. Das Spiel endete nach sieben Runden, und tatsächlich hatte in der letzten Runde fast jeder Warlord die begehrte Beute einmal an sich bringen können. Ich hatte den allerletzten Spielzug und rang den unberittenen normannischen Möchtegernkönig erfolgreich nieder (der sich zu meinem Glück in seiner Runde total verausgabt hat) und krönte mich selbst zum König.

Die Schotten beziehen Aufstellung
Es gibt eine Regel die besagt, dass derjenige mit dem beeindruckensten Bart den Würfelwurf bei einem Unentschieden gewinnt. Wie man sieht wurden alle Register gezogen...
Nach einer Pause ging es am Abend gleich mit dem zweiten Mehrspieler-Spiel weiter: die frischgebackenen Könige (Südengland wurde nun durch einen Schotten regiert :) ) bzw. ihre Heere trafen aufeinander und stritten sich um ein paar Wagenladungen Nahrung, um ihre Kornspeicher für den Winter zu füllen.
Mit so einem Verbündeten an der Seite sollte doch eigentlich nichts schief gehen können, oder?
Die Aktivierungsreihenfolge war hier immer im Uhrzeigersinn, der Sieger des Würfelwurfs nach der Befehlsphase begann mit der ersten Aktivierungsphase. Zu diesem Zeitpunkt waren einige Spieler leider schon nicht mehr dabei. Die Schotten kämpften Seite an Seite mit den unberittenen Normannen gegen Wikinger und Angelsachsen. Durch einen etwas zu zögerlichen Anfang meinerseits schnappten sich die verschlagenen Wikinger gleich zu Beginn zwei der drei Wagen, und sollten sie bis zum Ende der veranschlagten sieben Runden nicht mehr hergeben. Hier hat sich wieder gezeigt wie wichtig es ist, einschätzen zu können, wann man seine Truppen sich verausgaben lassen kann bzw. sollte. Da war der Wikinger deutlich erfahrener als meine zu vorsichtigen Schotten, die zugegebenermaßen viel Respekt vor den Dänen haben, denen ein Ruf als tödliche Nahkämpfer vorauseilt.

Es gäbe noch viel mehr zu schreiben, nicht unerwähnt lassen möchte ich die liebevoll ausgedachten kleinen ¨Quests¨ bzw. Herausforderungen, die man nebenbei spielen konnte. So konnte ich etwa mit meinem Warlord und Gefolgschaft die Sage, die sich angeblich um meinen Anführer wogt, nachspielen, die davon erzählt, wie er einem Höhlentroll seinen Schatz entriss. Dazu wurde ein Höhlensystem in 15mm gebaut.
Der schottische Anführer "Mc Laglen" bezwingt den Höhlentroll, um dessen Schatz zu rauben
Es gab noch zwei weitere Herausforderungen, die sich um nordische Mythologien rangten, davon habe ich leider keine Bilder gemacht.
Auch nicht unerwähnt bleiben sollen die ¨Schatzkarten¨, die es nach jedem Spiel zu gewinnen gab, die man in den Mehrspielerrunden zu seinem Vorteil, mit zum Teil wirklich lustigen Effekten, einsetzen konnte.
Und natürlich möchte ich mich bei allen bedanken, die diesen tollen Spieltag ermöglicht haben. Dass man mir den Ehrentitel „Der Vielgereiste“ zusammen mit einer Widmung und einem Preis verlieh, fand ich eine tolle Geste. Jungs, ihr seid eine dufte Truppe, und wenn es sich ergibt, komme ich euch gerne wieder besuchen. Vielleicht sehe ich den einen oder anderen ja schon auf der Tactica in Hamburg wieder?

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